Die Burg Pochberg
gewidmet: dem verstorbenen Hobby-Heimatforscher Rudolf Heinl, in Erinnerung und zur Würdigung seiner Arbeit.

Die Historie der Burganlage

Die Reste der ehemals großen Burganlage befinden sich auf dem 657 m hohen Poppberg, der höchsten Erhebung der Frankenalb. Hier verläuft auch die Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Das Erbauungsjahr ist unbekannt. Die ersen urkundlichen Nachweise stammen aus den Jahren 1323 und 1326. Da jedoch die Ortschaft Pochberg (oder Bocksberg oder Buchberg oder Puchberg), heute Poppberg, schon 1139 zur Pfarrei Fürnried gehörig erwähnt wird, kann mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden, dass um diese Zeit bereits eine Burg bestand. Die Burg wurde wahrscheinlich zur Sicherung der "Hohen Straße" errichtet, eine sehr alte Verkehsverbindung aus der Zeit der Karolinger. Diese Hohenstraße verlief südlich des Pochbergers in Ost-West-Richtung und führte über Nürnberg nach Premberg bei Burglengenfeld, wo die Grenze zum Slawengebiet war.
Das Gebiet um den Pochberg gehörte zur Grafschaft Kastl und ging um 1050 an die Grafschaft Sulzbach über. Nach dem Aussterben der Grafen von Sulzbach 1188 und der Hirschberger 1305 kam Pochberg zusammen mit Lichtenegg an die bayerischen Herzöge Ludwig und Rudolf.
Von 1353 - 1373 gehörte Pochberg Karl IV.. In einem neuböhmischen Salbuch des Jahres 1368 steht, dass auf dem "Puchberg" drei kleine Geschütze (Steinbüchsen) stehen zum Schießen mit Steinkugeln. Um diese Zeit amtierte auf dem Pochsberg ein Pfleger, Niklas Reidenbach.
1373 fiel die Burg an Markgraf Otto von Brandenburg. 1379 zusammen mit Sulzbach und Rosenberg an die bayerischen Herzöge Johann und Stephan. Am 26. Juni 1385 verschrieb Herzog Johann von Bayern dem Pfalzgrafen Rupprecht, dem Jüngeren, 1000 Gulden, wo von er 500 in Sulzbach, Rosenberg und Puchberg verbauen sollte. Die Burg war also in einem schlechten Zustand. Bei der Machtteilung der Wittelsbacher 1393 kam Pochsberg ganz zu Johann II. und damit zur wittelsbachischen Linie in München. Am 17. Februar verkaufte er die Burg an den Pfalzgrafen den Jüngeren zusammen mit Sulzbach und Rosenberg für 700 ungarische Gulden.
1460 waren die Kemnater Herren von Pochberg. Am Niedergang der Burg war sicherlich die Entwicklung des Straßennetzes schuld, durch das die vorbeiführende Hochstraße ihre Bedeutung verlor. Bereits 1453 wurde in einer Urkunde von der Burg Pochsberg als öd und wüst berichtet. 1505 fiel Pochberg an die Junge Pfalz und damit an das Herzogtum Sulzbach. Bereits 1550 - 60 wurden die Schloßgründe an die Bauern des Dorfes veräußert, nur der Schlossberg selbst blieb Eigentum des Landesherren. Der Sulzbacher Chronist Johann Braun schrieb 1648, dass von Pochsberg nur noch Ruinen zu sehen sind und dass Gras auf den Steinen wächst. Nach Auflösung des Sulzbacher Herzogtums übernahm der Bayerische Staat den Pochsberg. Er ist heute in Privatbesitz.


Die Burganlage


Die Burganlage Pochberg bestand aus Haupt- und Vorburg. Man kann davon ausgehen, dass die Vorburg später, also außerhalb des hier dargestellten Zeitrahmens, errichtet wurde. Das wichtigste Gebäude der Hauptburg war der Palas (Wohngebäude). Seine Nord-, West- und Ostseite bildeten zugleich die Außenmauern der Burg. Er ist auf einem Felsen errichtet, der ca. 2 Drittel des Erdgeschosses einnimmt. Die Außenmaße betragen ca. 24 x 11 m, die Mauerstärke im Erdgeschoß 1,7 m, im Obergeschoß 1.6 m. der Haupteingang befindet sich in der Südwand (Burghof).
Neuerliche Gespräche mit Herrn Mathias Conrad vom Heimatkundlichen Kreis brachten mich dazu die Annahme, die Vorburg wäre in ihrer heutigen Form schon im 13. Jahrhundert so gestanden, zu hinterfragen. Und tatsächlich im 25. Band/2005 in einem Beitrag von Herrn Armin Binder findet man einen Hinweis darauf, dass:
"Anscheinend ga bes bereits einen Vorgängerbau aus der Zeit um 1200, die stauferzeitlichen Quader an der Nordostecke des Palas weisen darauf hin." (Band 25/2005 S. 40). Wie also bereits von Herrn Conrad hingewiesen kann man wohl davon ausgehen, dass zwar die Quader der Vorburg weiterverwertet wurden, die Burg aber im 14. Jahrhundert umgestaltet worden war und so bis zu ihrer Aufgabe 1453 in ihrer Form und den Erweiterungen geblieben ist.
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